Gewalt muss dort bekämpft werden wo sie am häufigsten auftritt, nämlich innerhalb der eigenen vier Wände.
Mit dem neuen Polizeigesetz wurden griffige Instrumente gegen die häusliche Gewalt geschaffen. Der Täter oder die Täterin können für längstens zehn Tage weggewiesen werden oder in Präventivhaft genommen werden. Es ist also die tatausübende Person welche die Wohnung verlassen muss und nicht wie bis anhin das Opfer. Mit diesen Massnahmen wird klar signalisiert, dass der Staat keine Gewalt toleriert.
- Ich fordere auch eine stärkere sichtbare Polizeipräsenz auf Strassen und in Quartieren
- Die konsequente strafrechtliche Verfolgung auch kleiner Delikte z. B. Sprayereien
- Die konsequente Durchsetzung der Asylgesetzgebung
Kampf der Pädokriminalität
"Wir dürfen nicht wegschauen!"
Wie kommen ein bei Schülern beliebter Lehrer, ein geschätzter Pfarrer, ein Jugileiter, ein nach aussen normaler Vater dazu, sich sexuelle Szenen mit Kindern im Internet anzusehen oder gar selber Handlungen vorzunehmen? Die Psychologie hat auf diese Fragen noch keine abschliessende Antwort gefunden. Besorgte Eltern, Politikerinnen und Politiker wurden aktiv. Sie gaben dem Tabuthema eine Stimme und protestierten am 27. September 2003 mit einem Schweigemarsch in 13 Schweizer Städten gegen die Pädokriminalität. Aufgerufen zum Schweigemarsch hat die politisch und konfessionell neutrale Vereinigung Marche Blanche. Diese wurde im Jahr 2001 von beunruhigten Eltern gegründet, nachdem diese Fernsehreportagen gesehen hatten, über das schockierende Ausmass der Pädokriminalität im Internet.Es gehört leider zum Alltag einer Vielzahl von Männern, dass sie sich im Internet auf kinderpornografischen Seiten sexuell befriedigen und sich an den Bildern der kleinen, hilflosen Körper aufgeilen. Möglich wurde dies, weil Fotos von Abertausenden missbrauchten, vergewaltigten, gequälten, gedemütigten, verletzten Kinder, im weltumspannenden Netz der Netze auf verwerfliche Art und Weise feil geboten werden. Diese traurige Tatsache einfach hinnehmen, wollte und konnte ich nicht. Deshalb engagiere ich mich in der Vereinigung Marche Blanche St.Gallen.
Die grosse Teilnahme an den Schweigemärschen zeigt: die Bevölkerung ist zu Recht aufgewühlt, sie signalisierte mit der Teilnahme, dass öffentlich und transparent gemacht werden muss, was im Verborgenen geschieht. Dazu hat sie guten Grund, denn durch das moderne und scheinbar anonyme Internet haben Verbrechen gegen Kinder ein unvorstellbares und beängstigendes Ausmass angenommen. Nachfrage und Angebot steigen laufend und damit auch die Anforderungen an die Erzeugnisse: immer extremere Bilder sind gefragt, mit immer kleineren Kindern und immer härteren Szenen. Der Handel mit Kinderpornographie wurde zu einem Milliardengeschäft bei dem auch Frauen mitmischen. Obwohl sie oft selber bedroht und ausgenützt wurden, lassen sie sich auf dieses abscheuliche Geschäft mit hilflosen Kindern ein.
Laut dem UNO Kinderhilfswerk Unicef wird in der Schweiz mindestens jedes fünfte Mädchen und jeder zehnte Knabe sexuell missbraucht. 5-10% aller Ausbeutungsfälle ereignen sich im Freizeitbereich (Sportvereine, Jugendverbände, Jugendmusik usw.) Das wären gesamtschweizerisch vorsichtig geschätzte 2500 bis 5000 Fälle pro Jahr. Können wir dem grauenvollen Missbrauch überhaupt einen Riegel schieben? Meine Antwort ist «Ja.» Bedingung ist, wir dürfen nicht mehr länger wegschauen. Das gilt auch bei der Rekrutierung von Riegenleitern. Denn längst ist bekannt, dass viele Männer mit Pädosexueller Veranlagung im Beruf oder im Verein mit Kindern zu tun haben. Oft verhalten sie sich besonders fürsorglich und können dadurch ihr Bedürfnis nach Nähe zu Kindern ausleben, überschreiten dann aber nicht selten die Grenze zum Übergriff. Die Opfer werden mit der Androhung von Liebesentzug eingeschüchtert.
Das ist mit ein Grund, weshalb sie - wenn überhaupt - erst nach Jahren ihr Schweigen brechen. Deshalb ist eine der acht Forderungen von Marche Blanche, die Unverjährbarkeit jeder Form von Pädokriminalität. Für mich gehört das Thema sexuelle Ausbeutung zur obligatorischen Ausbildung der Trainer und Verantwortlichen im Verein. Ebenfalls sollte in jedem Verein Richtlinien erstellt werden im Umgang mit sexueller Ausbeutung. Eine nützliche Adresse ist dabei der Verein mira. www.mira.ch. Bestimmt würden es auch die Eltern von Jungturnerinnen und Jungturnern schätzen, wenn Pädokriminalität an einem Elternabend thematisiert würde. Wir sind als Gesellschaft gefordert, nicht mehr länger weg zu sehen. Denn Kindsmissbrauch passiert oft gleich nebenan, in der Nachbarschaft, auch in scheinbar intakten Familien. Jede Form von sexueller Ausbeutung ist ein krimineller Akt, deshalb braucht es Transparenz und Mut zum Tabubruch!


