Bereits in der Unterstufe sollte den Turnstunden grosse Beachtung geschenkt werden. Es ist enorm wichtig, dass diese kindgerecht erteilt werden. Auf der Oberstufe und an den Mittelschulen sind 3. Turnstunden pro Woche ein Muss.
Fitness und Bewegung sind im Trend
Der Alltag unseres modernen Lebens fordert von uns keinerlei körperliche Anstrengungen. Die Folgen des Bewegungsmangels sind allgemein bekannt. Insbesondere Jugendliche leiden psychisch und physisch unter fehlender körperlicher Aktivität. Degenerative Erkrankungen (z.B. der Wirbelsäule) Konzentrationsschwierigkeiten und Unruhe sind nur einige der feststellbaren Folgen.Das ist nichts Neues, die meisten haben erkannt, dass Sport und Bewegung die Gesundheit und die Lebensqualität steigert. Die Fitnesswelle rollt und ist seit langem ein wirtschaftlicher Wachstumssektor.
Millionenteure Projekte wie Allez-hop haben zum Ziel inaktive Menschen zu bewegen. Im Herbst 2002 startet das Bundesamt für Gesundheit eine neue mehrjährige Kampagne. Ziel: Die Bevölkerung soll sich mehr bewegen und sich vernünftig ernähren. Im Visier hat man vor allem die Kinder: “An den Schulen nimmt Übergewicht massiv zu.“
Und was passiert in der Schule?
Unsere Schüler absolvieren über 30 Lektionen plus stundenweise Hausaufgaben sitzend und die Sportlektionen werden zu Gunsten der Einführung von Englisch gekürzt, damit die Schüler noch mehr Zeit am Pult verbringen können. Im Sportunterricht wird abgebaut!Wie ist das möglich? Hat der Sport keine Lobby?
Bundesrat Samuel Schmid in einem Interview:- Der Sportunterricht braucht Qualität und Kontinuität – er lässt sich nicht nebenbei oder auf Vorrat unterrichten.
- Wer auf dem Buckel unserer Jugend Sparübungen und Stofferweiterungen durchführt, handelt verantwortungslos.
- Ich verlange deshalb die lückenlose Umsetzung des 3-Stunden-Obligatoriums.
- Das Amt für Sport schreibt in seinem Merkblatt über die Organisation des Sportunterrichtes an den Volksschulen:
- Auf allen Schulstufen sind durchschnittlich pro Woche drei Lektionen Sportunterricht zu erteilen.
Ich kann einen grossen Erfolg zu verbuchen. Dank meiner Initiative erhielt der Kanton St.Gallen ein Sportkonzept, das für alle Altersstufen verschiedene Massnahmen zur Verbesserung von Bewegung und Sport beinhaltet. Möglich wurde dies, weil ich mit einem Postulat von der Regierung einen Bericht verlangte über die sportlichen Aktivitäten in unserem Kanton und auch Antworten auf die Frage: wie im Kanton St.Gallen das Sportkonzept des Bundes umgesetzt werde. Trotz allen guten Massnahmen, die nun umgesetzt werden, ein Wermutstropfen bleibt. Das 3-Stunden –Obligatorium auf allen Schulstufen wird nach wie vor nicht verbindlich vorgeschrieben.
Schlussfolgerung
Letztendlich entscheiden Engagement und Haltung der Lehrkräfte, Schulleitungen und Behörden jeder einzelnen Schule, ob den Schülerinnen und Schülern 2, 3 oder mehr Wochenstunden Sportunterricht erteilt werden.Wieso gibt es keine wirklich klare Verordnung für 3 Lektionen Sport pro Woche, wenn sich Bundesrat und Schulsportverantwortliche so deutlich dafür aussprechen?
Einmal mehr schaffen die Behörden für die Schule leider keine eindeutige Ausgangslage, die unsere Tätigkeit unterstützt. Im Gegenteil es werden widersprüchliche Botschaften an uns gerichtet, Konfliktsituationen und unlösbare Dilemmas sind vorprogrammiert. Wir wollen uns auf die Unterrichtstätigkeit konzentrieren, müssen aber zuerst noch selbst befriedigende Voraussetzungen schaffen. Schaffen wir es nicht, sind wir selber schuld... Die Situation ist besonders paradox und frustrierend, weil an der Schule seit Jahrzehnten eine solide Sport-Unterrichtsstruktur bestanden hatte, die nun eindeutig geschwächt ist.


